die Astragalen (text)

 

Das Roentgenbild stellt eine gewisse Zahl von Fragen, weil es nicht so leicht ist, sich auf einem Roentgenbild zu sehen. Wenn sie zum Beispiel dieses Kunststoffblatt von hinten beleuchten, scheint es durchsichtig zu sein, ein wenig matt und sie dadurch auch. Im normalen Licht wird es glaenzend und undurchsichtig und ihr Koerper verschwindet in Reflekten aehnlich einer glaenzenden Karosserie.
Ausserdem ist es wirklich schwierig, sich auf ein Bild zu beschraenken, das uns so reduziert. Es bleibt sehr anonym und selbst wenn ihr Name notiert ist, koennte sich jemand anderes erkennen. Zu dem Lichteffekt des medizinischen Apparats kommt noch die Diagnose und etwas Angst, das Roentgenbild ist fast dabei ihnen aufzuzeigen, was sie immer versteckt haben. Kurz, es versoehnt sie mit einer Wirklichkeit, die ihnen immer ein wenig entgleitet, ihnen das Gefuehl gibt, ein wenig mehr ueber ihre Kondition zu wissen und das Gefuehl ein wenig anders zu sein, denn der blaue Koerper der in einer durchsichtigen Blase schwebte, hat es ihnen bestaetigt…..
Dieses Gebiet, bestehend aus fuenf Teilen, erlaubt es also, die Erfahrung dieser modifizierten Art des menschlichen Wesens herzustellen, aber auf eine andere Weise, indem man das Roentgenbild aus seinem ueblichen Zusammenhang holt und es neu in einen Raum der dritten Dimension stellt.
Jeder kann somit physisch die Mehrdeutigkeiten die diese Art von Bildern darstellt belegen und den notwendigen Abstand herstellen zwischen den Astragalen, mit denen man dieses mal nicht spielen kann.